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Süd-Korea

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Heute werden wir Wladiwostok und somit auch Russland verlassen und nach Seoul in Südkorea fliegen.
Damit geht unser Plan, die Welt per Zug und Schiff zu bereisen leider nicht auf. Die Fährgesellschaft zwischen Russland, Südkorea und Japan streikt gerade.

Abfahrt aus Wladiwostok

Aussicht auf Wladiwostok
Aussicht auf Wladiwostok

Um wenig Sachen im Koffer zu haben, den wir mit maximal 15 kg aufgeben müssen, zog ich wieder mehrere Schichten übereinander. Dabei riss mir die zweite Leggings und landete im Müll. Auch so wird man sein Gepäck los. Olivers Gummi-Stiefel, seine Jeans und meine Spikes ließen wir im Hostel. Tags zuvor hatten wir mehrere Adressen angesteuert, aber niemand nahm Altkleider. Die Mitarbeiter im Hostel wissen das bestimmt besser als wir.

An der Rezeption half man uns netterweise mit dem Ausdruck des Schiffstickets von Busan (Südkorea) nach Hakata  (Japan), das wir schon online gekauft hatten.
Anschließend ging es per Taxi zum 40 km entfernten Flughafen.

Flug nach Seoul

Der Flughafen in Wladiwostok ist erstaunlich klein. Er liegt ca. 50 km außerhalb der Stadt.
Das Wechseln unserer Rubel in südkoreanische Won dauerte erstaunlich lange, weshalb ich mir noch die Souvenierstände anschaute. Ein letztes Mal Matroschkas in ihrer Vielfalt sehen.
Es war eine Waage frei zugänglich, was ich von Flughäfen nicht kannte. Also konnten wir so umpacken, dass mein Koffer die maximalen 15 kg nicht überstieg. Insgesamt habe ich ein Gepäck von 16 kg im Koffer und 5,5 kg im Rucksack. Oliver kam auf 13 kg im Koffer.

Bauernskat
Bauernskat

Weil wir insgesamt 5 Stunden bis zum Abflug hatten, gab es für uns noch eine letzte russische Mahlzeit am Flughafen. Die hätten wir uns besser gespart, denn es war sehr lieblos zubereitetes Essen.
Am Tisch erklärte mir Oliver Bauernskat. Irgendwann muss ich das ja mal lernen. Damit vertrieben wir uns die Wartezeit.

Der Flug war sehr angenehm. Wir saßen direkt nebeneinander in einer Dreierreihe. Die Dame neben mir war sehr freundlich und setzte sich in eine freie Reihe, als wir in der Luft waren. Wasser wurde in Pappbechern kostenlos gereicht. Obwohl es noch Tag war, wurde das Licht gelöscht und alle Passagiere nickten ein.

Ankunft in Seoul, Südkorea

Die Einreise verlief sehr einfach. Finger auflegen, in die Kammer schauen und fertig. Die Maschine sprach sogar auf Deutsch mit uns. Einen Stempel gibt es hier in Südkorea offenbar nicht mehr. Dafür einen kleinen Zettel, der unsere maximal Aufenthaltsdauer von 30 Tagen festlegte.
Vom Flughafen gibt es einen Express Train in die Innenstadt. Die Zug kostet etwa 9€ pro Person und braucht nur 40 Minuten in die Innenstadt. Man hat feste Sitzplätze, die nicht auf den Tickets, sondern auf dem Zahlungsbeleg abgedruckt sind. Das hat aber keiner in unserem Umfeld gewusst und so setzten wir uns einfach hin. Die Kontrolleurin wollte jedoch den Zahlungsbeleg sehen, was uns dann die Frage nach unseren Sitzplätzen beantwortete.

Der Bahnhof von Seoul ist recht groß und verfügt über mehrere Ausgänge. Von unserem Host wussten wir, dass wir Ausgang 11 oder 12 nehmen sollten. Im Eingang langen Obdachlose auf guten Isomatten mit Schlafsäcken. Google maps funktioniert in Seoul nicht gut (bspw. ist das Fußgängerrouting nicht aktiviert) und so hatten wir nur einen ungefähren Weg zu unserer Unterkunft. Diese erreichten wir nach nur 10 Minuten. An der Tür war ein Zahlenschloss zum Self-Check-In.

Unsere Wohnung verfügt über zwei Zimmer. Das Schlafzimmer hat zwei riesige Betten, so dass wir endlich mal wieder mehr Platz haben. Tapezieren und Boden legen ist nicht so ganz die Stärke des Gastgebers, aber das kennen wir ja schon aus Russland.

Restaurant in der näheren Umgebung

Wir hatten kurz nach 22 Uhr und deshalb wollten wir noch etwas essen gehen. Der Supermarkt in der Nähe der Wohnung hat 24 Stunden geöffnet, weshalb wir noch Getränke für die Nacht kaufen konnten.
In ein Restaurant, das nur von Einheimischen frequentiert wurde, kehrten wir ein und bestellten etwas von der Bildkarte. Seeschnecken mit kalten Nudeln! Wir teilten uns die riesige Portion, die mega scharf war.
An den Nachbartischen wurde geschmatzt und gewütet. Die Tische sahen aus! Als gäbe es hier keine Tischmanieren. Das ist natürlich wieder der europäische Blick.

Morgens begrüßte uns unser Gastgeber Kim sehr freundlich, der direkt in der Wohnung neben uns in Seoul, Süd-Korea, wohnt.

Bahnhof von Seoul

Aussicht Brücke
Aussicht Brücke

Zu Fuß machten wir uns in Richtung Bahnhof auf, um erstmal eine Orientierung zu bekommen. Schon von Weitem hörten wir ein Konzert und waren neugierig, was uns erwarten würde. Über eine riesige Brücke, die begrünt und mit Bänken zum Verweilen ausgestattet ist, kamen wir auf der Bahnhofseite an. Das Konzert war – soweit wir es interpretieren konnten – für oder zugunsten von Obdachlosen.
Das alte Bahnhofsgebäude ist nun ein Museum, das neue hatten wir bei unserer Ankunft schon bestaunen können.

Verschiedene Stadtteile von Seoul

Mit der U-Bahn ging es in den Stadtteil Myeongdong, der eine riesiges Shopping-Viertel ist. Alles ist hell erleuchtet, die Waren werden teilweise vor der Tür angeboten. Insbesondere von Kosmetik-Geschäften wird man hier überrannt. Die Verkäufer versuchen einen mit Produkten, die sie einem vor die Nase halten, in die Geschäfte zu locken. Außerdem gibt es hier sehr viele Restaurants, die alle sehr fleischlastig sind. An jeder Ecke wird auf verschiedenen Etagen Fleisch insbesondere in Barbeque-Form angeboten.

Common Ground
Common Ground

Nächstes Ziel war die Container Stadt Common Ground. In mehreren übereinander gestapelten Containern, die teilweise miteinander verbunden sind, findet man Geschäfte von internationalen Labels. Auf dem Weg zur Bahn finden sich sehr viele Shops und teilweise auch Street-Food.

Das DDP (s. Titelbild) besticht schon von außen mit seinem futuristischen Design. Innen findet man verschiedene Büros von Künstlern und auch Ausstellungen. Außerdem findet man hier eine Shopping-Mall mit kleineren nationalen Labels.

Nachtleben von Hongdae

Abends stürzten wir uns in das Nachtleben von Hongdae. Hier findet man Kneipen und Restaurants unterschiedlichster Art.
Das “Hello Hello” war sehr nett gestaltet, doch der Wirt war etwas träge. Als ich nach dem 2. Getränk fragte, zuckte er erschrocken zurück. Hier sind Bücher aufgereiht, alte Blechdosen mit Erbsen u.ä., selbst gemalte Bilder – eigentlich nett, aber es war nichts los.
Die nächste Kneipe war eine “American Bar” namens Cocky Pub, die etwas suspekt war. Man wollte dort unseren Ausweis sehen. Mittlerweile sollte man uns doch abnehmen, dass wir über 18 sind. Außerdem hatten sie dort sehr merkwürdige Regeln (s. Bild).
Durch Zufall gerieten wir in die Retro Game Bar. Ein Traum für Oliver. Verschiedene Spiele-Konsolen z.B. Sega Nintendo und X-Box waren dort zu finden, aber nicht alles funktionierte. Auf der Toilette war sogar eine WII.
Nun folgten verschiedene Läden mit Spielautomaten. Hier wird geballert, es gibt Gesangs-Kabinen und auch Kisten, aus denen man sich für Geld mit Geschick Kuscheltiere ergattern kann. Für weniger als 2 € gelang es Oliver ein Steck-Puzzle mit einer Minions-Figur zu angeln.

Der letzte und für uns beste Laden war ein Pub, in dem man per Tablet bestellen konnte. Hier gönnten wir uns noch ein paar Happen, die besonders lecker waren. Was wir hier genau essen, wissen wir oft gar nicht.

Tablet-Bar
Tablet-Bar

Zurück wollten wir den Bus nehmen. Ein Koreaner half uns, den richtigen Bus zu nehmen und sagte auch dem Busfahrer, wo genau wir raus müssen. Die Menschen sind hier im Allgemeinen sehr freundlich uns hilfsbereit. Auch in der U-Bahn bietet man uns immer an, den Platz zu tauschen, damit wir zusammen sitzen können. I

Ein neuer Tag voller Abenteuer in Seoul, Süd-Korea stand an. Wir hatten uns vorgenommen, den Palast zu besuchen und Ginseng-Suppe (sehr gesund!) zu essen.

Gyeongbokgung-Palast

Palast in Seoul
Palast in Seoul

Mit dem Linienbus erreichten wir die Straße, die auf den Gyeongbokgung-Palast zuführt. Schon von Weitem sahen wir Teile des Palast, der sich vor den Bergen in den Himmel streckt. Vor dem Palast waren viele Menschen in traditioneller Kleidung. Bucht man eine Tour, hat man die Möglichkeit, sich traditionelle Kleidung zu leihen und damit die Tour zu verleben. Ganze Familien sahen aus, als kämen sie aus einer anderen Zeit.
Die free guided tour fanden wir nicht so spannend, schließlich haben wir in den letzten Jahren schon genügend Tempel und Paläste in Asien bestaunen dürfen.

Rund um den Gyeongbokgung-Palast

Hanok-Dörfchen
Hanok-Dörfchen

Ginseng wird in Korea gerne genutzt. Die Wurzel soll sehr gesund sein und wird insbesondere für die Medizin genutzt. Wir waren erstaunt, mal etwas zu essen, das nicht so scharf war. Trotzdem waren wir nicht so angetan von diesem Gericht, das so angepriesen wird.
Der Kaffee in der Nähe des Palastes schmeckte dafür umso besser und gab uns noch mal Kraft für den Tag.
Fußläufig erreichten wir das Bukchon Hanok Dörfchen – wo Oliver’s Handy Alarm schrillte, um auf die Gefahrenlage in China aufmerksam zu machen… In Korea wohl durchaus üblich, die sogenannten Notfallbenachrichtigungen via Handy auszustrahlen (bspw. auch bei Unwettern und Erdbeben) – haben wir bisher noch nicht erlebt irgendwo auf der Welt. In Bukchon Hanok selbst sind ganz viele alte traditionelle Häuser zu sehen, in denen tatsächlich noch ganz normal Einwohner leben, die ihren Wunsch nach respektvollen Verhalten durch die Touristen an zahlreichen Schildern ihrer Häuser kund tun.

Unser nächstes Ziel war das Samsung D’light, wo wir die neuesten Samsung-Artikel besichtichten wollten. Leider hatte diese Lokation schon um 19 Uhr geschlossen, so dass wir nur noch durch den Stadtteil Gangnam (bekannt durch den Hit des Korea Popstars PSY) spazieren konnten. Auch hier gibt es eine Reihe an Szenerestaurants und – kneipen. Die Woodstock-Kneipe hörte sich interessant an, doch leider waren wir die einzigen Gäste.

Die Rückfahrt mit der U-Bahn war ein Erlebnis. Es war das reinste Gequetsche, so dass wir glücklich waren, als diese lange Fahrt zu Ende ging.
Diesen Abend verbrachten wir in unserer Wohnung, welche nicht richtig heizbar zu sein scheint. Dafür haben wir tolle Decken, die uns wärmen.

Wie mit unserm Host Kim per WhatsApp kommuniziert, wollten wir heute die Waschmaschine nutzen. Nicht in der Wohnung, sondern im Erdgeschoss war ein Raum mit Waschmaschine, Trockner und Dingen, die nicht in der Wohnung gelagert werden können. Nach einer Stunde holten wir alles rauf. Zum Glück ist die Wohnung groß genug, dass uns der Wäscheständer im Wohnzimmer nicht weiter stört.
Oliver löste derweil einen Teil seines Minions-Puzzles. Ganz schön kniffelig!

Digital Media City

Aus dem Prospekt aus der Touristeninformation haben wir mehrere Sehenswürdigkeiten gefunden, die wir uns ansehen wollten, u.a. auch Digital Media City. Mit der Metro kamen wir irgendwann dort an. Hier geht es weniger um neue Medien als um Skulpturen. Außerdem sieht man hier wie in ganz Seoul riesige Büro-Komplexe, die in den Himmel greifen. Nett, aber sicher nicht eine so lange Anfahrt wert. Dafür fanden wir ein Café mit frisch gebrühtem Kaffee und Spezialitäten wie “Pink Sweerpotatoe Latte”.

Namdaemun-Markt

Stadtmauer Seoul
Don’t climb, just dance!

In der Nähe des Hauptbahnhofs, also auch in der Nähe unserer Wohnung, öffnet um 17 Uhr der Namdaemun-Markt. Wir kennen ja schon etliche Märkte aus Asien und wollten nun einen koreanischen Markt kennenlernen. Es war jedoch erst 15 Uhr und so beschlossen wir, die Seilbahn aufzusuchen. Irgendwie fanden wir den Weg nicht, so dass wir stattdessen an der Stadtmauer ankamen. Von hier hatten wir einen tollen Ausblick über die ganzen Hochhäuser. Die Sicht war aber nicht so ganz klar.

Seoul Stadtmauer
Seoul Stadtmauer


Zu Fuß ging es nun auf den Markt. Nach und nach wurde alles geöffnet. Spießchen-Stände hatten schon geöffnet. Auf einem Grill wurde Olivers Oktopus-Spieß und mein Kimchi-Reibekuchen gebraten. Zur Unterstützung nutzte die Verkäuferin einen Bunsenbrenner. Da es kalt war, überquerten wir den Markt recht schnell. Auffallend waren die vielen Brillen-Geschäfte, für dieser Markt wohl auch in Korea bekannt ist.
Zum Abschluss teilten wir uns noch Mandu, koreanische Teigtaschen mit Kimchi-Füllung.
Spannend an diesem Markt waren insbesondere die verschiedenen Arten von Seetang. Die Teller werden alle mit kleinen Plastiktüten bezogen, so dass man die Reste direkt einpacken kann.
Was für einen Plastik-Verschwendung!

Schaut Euch auf jeden Fall mal den Artikel zur koreanischen Küche, insbesondere die Tischetikette an.

Tagesausklang

Daily Beer Soul
Daily Beer Soul

In der Kneipe Daily Beer machten Bierprobe, bevor es dann nach Hause ging. In unserer Umgebung wollten wir auch noch irgendwo auf ein Getränk einkehren, doch ohne etwas zu essen wollte man uns nicht bedienen.
Zu Hause verfolgten wir dann online den Sieg des MSV Duisburg.

Der heutige Tag steht unter dem Motto Streetfood. Wir wollen den Gwangjang-Markt besuchen, über den es eine Netflix-Reportage gibt und erneut versuchen, mit der Seilbahn zu fahren. Tags zuvor hatten wir sie mangels fehlender Offline-Karten nicht gefunden. Außerdem kaufen wir Zug-Ticket und gehen in einen riesigen Supermarkt.

Gwangjang Market: Street Food Market – bekannt aus Netflix

Street Food Market
Street Food Market

Street-Food Märkte sind uns ja aus diversen asiatischen Ländern wie Vietnam, Kambodscha, Thailand und Malaysia (Länder, die wir bereits gereist haben) bekannt.
Jedes Land hat jedoch seine eigenen Spezialitäten, so dass wir auch hier Neues kennenlernen wollten.
Spezialitäten aus Korea sind das BBQ, Krebse, Pfannkuchen aus Sojabohnen, Oktopus und insbesondere Kimchi.
Viele Stände rühmen sich damit, dass sie Teil der Netflix-Reportage sind und haben auch besonderen Zulauf von Touristen. Wir bevorzugten eher kleinere Stände, bei denen die vorwiegend weiblichen Köchinnen einen sympatischen Eindruck machten.
In einem kleine BBG-Restaurant aßen wir an einem winzigen Tisch mit Tischgrill ein köstliches Essen. Die Kohlsuppe war besonders köstlich, musste aber auch herhalten, wenn die Flammen zu groß wurden und das Fleisch zu verbrennen drohte.

BBQ in Seoul
BBQ in Seoul

Weitere Beschreibungen und Fotos zu Street-Food findet ihr unter Korea: Seoul-Food

Geldautomaten und Zahlvorgänge

Als wir zahlen wollten, stellten wir fest, dass nur Bargeld akzeptiert wird, was Oliver dazu veranlasste, der Verkäuferin zu einem Geldautomaten zu folgen. Ich wartete derweil als “Pfand” in dem Restaurant. Das Problem war allerdings, dass Oliver sein Handy bei mir auf dem Tisch liegen ließ. Was machen wir, wenn er den Weg nicht zurück findet? Das ist in dem Gewühl von Ständen durchaus möglich. Verabredet war, dass wir uns zu Hause treffen, falls wir uns verlieren sollten.
Nach etwa 10 Minuten des Wartens kehrte er jedoch grinsend zurück. Geldautomaten sind hier etwas merkwürdig und stellen sich immer auf die Ursprungssprache Koreanisch zurück, so dass man nicht versteht.

Namsan Cable Car: Seilbahn

Irgendwie muss man die Seilbahn doch erreichen können. Also stiefelten wir erneut den Berg hoch und fanden auch bald Wegweiser zur Seilbahn. Hier im Namsan-Vierteil gibt es ganz viele Sammelcontainer für Altkleider. Leider benötigen wir die Wintersachen noch für Japan, bevor wir sie dann spenden können.

Die Seilbahn macht einen sehr sicheren Eindruck. Gequetscht mit vielen anderen Menschen gleiten wir bis zum Fernsehturm Seoul Tower. Uns reichte aber die Aussicht von der Aussichtsplattform. Auffallend sind hier die vielen Automaten, aus denen man sich Schlösser ziehen kann, mit denen man seine Liebe besiegeln kann. Alle Geländer sind übersät mit verschiedenfarbigen Schlössern. Gut, dass wir so einen Quatsch nicht brauchen und lieber die Aussicht auf die nun im Dunklen liegende Stadt werfen können (s. Titelbild).

Bahnhof, Tickets, Metro

Die Organisation unserer Zugtickets nach Busan hat nicht geklappt, so dass wir uns am Bahnhof welche besorgen mussten. Es gilt in Korea als unhöflich, Menschen hinter sich warten zu lassen, aber wir mussten ja checken, ob bereits Tickets für uns reserviert waren. Normalerweise nennt man seinen Namen, sein Ziel und reicht die Kreditkarte.

Metro-Partner-Karten
Metro-Partner-Karten

Unsere Metro-Karten (als Partnerkarten etwa 1€ günstiger) wollten wir im Supermarkt E24 im Ankunftsbereich unten zurückgeben. Wir bekamen allerdings nur unser Guthaben wieder und sollten die leeren Karten behalten. Sie hatten im Erwerb zusammen etwa 7€ gekostet, so dass wir uns fragen, ob Einzeltickets nicht doch günstiger gewesen wären. Die Tickets liegen nun in der Unterkunft für die nächsten Gäste bereit.

Spezielle Sitze
Spezielle Sitze

Das Metro-Fahren ist sehr interessant. Es gibt ein gutes Bahn-Netz, doch man muss oft umsteigen, um von A nach B zu kommen. Zwischen den Haltestellen sind oft lange Wege zu gehen. Die Bahnen fahren nicht so zügig wie beispielsweise in Moskau. Auch sind die Rolltreppen recht träge. Man muss viele Treppen bewältigen.
In den Metros gibt es klare Regeln. Man sitzt in einer Reihe, sobald jemand merkt, dass Oliver und ich zusammen gehören, wird ein Sitzplatztausch angeboten. Es gibt besondere Plätze für ältere und behinderte Menschen. Hier setzt sich kein jüngerer Mensch hin, auch wenn die Bahn brechend voll ist. Außerdem sind die äußeren Sitzplätze für Schwangere reserviert. Die Sitzpolster sind normalerweise blau. Die speziellen Sitze sind rosa, der Boden davor ist rosa und mit vielen Piktogrammen von Schwangeren bedruckt. Auch diese Plätze bleiben immer frei. Manche Bahnen haben auch keine Polster, aber trotzdem sind diese Plätze klar gekennzeichnet (s. Bild).

Lotte: Outlet und Markt

Im Bahnhofsgelände gibt es ein riesiges Lotte-Outlet und einen riesigen Lotte-Markt.
Das Outlet beherbergt mehrere Labels, die weniger bekannt sind. Im oberen Stockwerk sind Sportausstatter. Wir interessierten uns aber mehr für typisch koreanische Lebensmittel aus dem Lotte-Markt.
Unten finden sich rechts Kosmetika, in der Mitte Getränke (hinten), vorne Schokoladen und Süßigkeiten, links Lebensmittel. Faszinierend ist, dass es diverse Stände gibt, an denen man probieren kann. Typisch koreanische Gerichte wie Nudeln, die zu Suppen werden (einfach Wasser zugeben), fertige Kühlpackungen mit Fischzusammenstellungen, etliche Sorten von Kimchi. Wir wussten gar nicht, wo wir hingehen sollten. Alles war lecker. Man könnte sich dort satt essen.
Für unsere Zug-Reise nach Busan deckten wir uns mit Kleinigkeiten ein.

Weitere Bilder und Beschreibungen findet ihr unter Korea: Seoul-Food

Nach einer Woche in Korea machten wir uns auf den Weg in Richtung Japan. Heute sollte es mit dem Zug von Seoul nach Busan an der südlichen Küste von Korea gehen, von wo wir am nächsten Tag ein Boot in Richtung Hakata, Japan nehmen wollen.

Aufbruch aus Seoul

Unsere Zwei-Zimmer-Wohnung hatten wir schnell aufgeräumt und verabschiedeten uns um 11 Uhr von Kim, unserem Gastgeber.
Da wir in der Nähe des Bahnhofs wohnten, reichte es, kurz vor Abfahrt des Zuges aufzubrechen. Die Wege zum und im Bahnhof waren uns nach knapp einer Woche vertraut. 

Die Zugfahrt nach Busan ist entweder mit dem Schnellzug oder mit einer Art Regional-Zug möglich. Wir hatten uns für die langsame Variante entschieden, um viel von der Landschaft zu sehen.

Ankunft in Busan

Unser Hotel war großartig. Wir hatten ein großes Zimmer in der achten Etage mit Ausblick auf den Bahnhof und den dahinter liegenden Hafen. Zu unserem Erstaunen lagen dort Kreuzfahrtschiffe vor Anker. Am Horizont sah man eine gigantische Brücke.  

Letztes koreanisches BBQ in Korea

BBQ in Busan
BBQ in Busan

Laut Internet hat Busan einiges zu bieten, ist quasi im Umbruch. Wir waren jedoch schon so geflasht von Seoul, dass wir auf das Sightseeing am Abend verzichteten. Stattdessen suchten wir uns ein kleines koreanisches Restaurant, um noch ein letztes Mal koreanisches BBQ zu genießen.
Die Bestellung gestaltete sich sehr amüsant (für uns). Es gab keine Speisekarten, die Gerichte waren alle mit Bild an die Wand gepinnt, so dass wir aufstehen und darauf zeigen mussten. Englisch sprach hier im Restaurant keiner.
Einige Sitzplätze waren so, dass man auf dem Boden sitzen musste, das ist aber nicht für uns – schon gar nicht beim Essen.

Anstatt uns ein BBQ mit eigenem Grill zu bringen, hatte man sich dazu entschieden, das Essen lieber in der Küche für uns zuzubereiten. Man hat uns wohl nicht zugetraut, dass wir mit einem Grill umgehen können. Trotzdem war das Essen für uns sehr lecker und teilweise sogar wieder neu. Die Kohlsuppe kannten wir ja schon vom Besuch des Netflix-Marktes. Neu war, dass wir Reis zu unserem Gemüse mischen sollten, diesen mit Sauce und Meeresfrüchten vom Grill mixen sollten.

Eine lange Nacht

Insgesamt war es wieder lecker und wir genossen abends noch den Ausblick auf den Hafen von unserem Zimmer aus. Zuvor fuhren wir den den 21. Stock unseres Hotels und konnten Busan bei Nacht bestaunen. Die Dachterrasse war noch nicht ganz fertig, doch wir hatten Glück, denn ein Angestellter wollte gerade einer Familie alles zeigen.

Irgendetwas in unserem Zimmer war sehr merkwürdig. Wie schon in unserer Wohnung in Seoul gab es hier eine Fußbodenheizung, die nicht regulierbar zu sein schien (ist dieser Satz grammatisch richtig?). Das ganze Zimmer war viel zu heiß zum Schlafen, da half auch keine geöffnete  Balkontür.

Mit dem Taxi fuhren wir zum Hafen von Busan in Südkorea, um das Boot nach Hakata in Japan zu nehmen.

Überfahrt nach Japan

Obwohl es Schwierigkeiten mit den Schiffsanbindungen zwischen Russland, Südkorea und Japan gibt, hatten wir Glück und konnten ein Tragflügelboot names JR Beetle in Richtung Japan nehmen.
Auf die Frage nach unseren Rückflugtickets erklärten wir, dass wir noch keine hätten, da wir ursprünglich mit dem Schiff nach China fahren wollten. Jetzt werden wir wohl auf die Philippinen oder nach Fidschi fliegen. Oliver musste aber unterschreiben, dass wir planen, nur drei Wochen in Japan zu bleiben und dann ausreisewillig sind.

Fahrt mit dem Tragflügelboot
Fahrt mit dem Tragflügelboot

Der Check-in am Hafen wie ähnlich wie an einem Flughafen. Wir bekamen unsere festen Sitzplätze und schon ging die etwa dreistündige Fahrt nach Hakata los. Wir fuhren sehr ruhig und konnten sogar schlafen. Das Schiff war wenig ausgelastet. Ich denke mal, dass es an der Kommunikationspolitik liegt, denn im Internet sind nur wenig Informationen über eine Verbindung per Schiff nach Japan zu finden.

Ankunft in Hakata, Japan

Am Hafen von Hakata mussten wir durch den Zoll, weil wir ein neues Land betreten hatten. Die Menschen am Check-in waren sehr freundlich und stellten viele Fragen über unsere Reiseroute. Oliver musste sein Gepäck teilweise ausbreiten, bei mir reichte es, dass ich erklärte, wie wir angereist sind: von Deutschland nach Finnland über Russland, Südkorea nach Japan. Die Dame war ganz begeistert davon, dass wir fast alles per Zug und Schiff bereist hatten.

Am Schiffsanleger gibt es keinen Geldautomat und Busfahrer nehmen nur Yen (japanische Währung). Deshalb mussten wir erst zu einem Supermarkt laufen, der einen Geldautomaten hat. Sehr merkwürdig. In vielen unserer bereisten Länder ist das bargeldlose Zahlen mittlerweile möglich. In Russland konnte ich einfach mein Handy entsperren und damit zahlen. In Japan hingegen will man sogar im Bus Kleingeld haben.
Die Busfahrt, die nur zwei Stationen dauerte, war wieder sehr abenteuerlich. Wir mussten hinten einsteigen und ein Ticket ziehen. Beim Aussteigen muss man dies entweder vorne oder draußen beim Schaffner bezahlen. Die Schaffner tragen alle eine Uniform mit passender Mütze.

Nach einem kurzen Stück zu Fuß erreichten wir unser Hotel. In Japan gibt es komische Preise. Das Zimmer ist sehr günstig, dafür kommt mehr als das Doppelte an Steuern und Gebühren drauf.
Unsere Bleibe war riesig mit kleiner Kochnische und zwei großen Betten. Gerne wären wir noch ein Nacht länger geblieben, aber das Hotel war ausgebucht.

Durch das nächtliche Hakata

Nach einer kurzen Pause erkundeten wir unsere Umgebung. Natürlich gönnten wir uns als erstes eine Ramen-Suppe (japanische Nudelsuppe). Wir sind durch die vielen japanischen Restaurants in Düsseldorf so verwöhnt, dass die hier angebotene Suppe kaum mithalten konnte. Auf den Tischen standen Aschenbecher und es roch nach Zigaretten. In Japan gibt es tatsächlich noch Restaurants und auch Zugabteile, in denen noch geraucht werden darf.

Die nähere Umgebung stellte sich als Red Light District Nakasu heraus. Hier spazieren aber Familien, Banker und Schulkinder ganz normal durch die Straßen. Insbesondere Begleitagenturen sind hier zu finden. Mich interessierten hier mehr die Drogerien mit ihren landestypischen Kosmetika.

Wie schon in Süd-Korea ist es in Japan schwierig, eine Kneipe zu finden, in der man nur etwas trinkt und nichts isst. Also versuchten wir uns nur eine Kleinigkeit zu bestellen. Leider konnte die Übersetzungs-App die Schrift auf der Karte nicht entziffern und wir bestellten auf gut Glück.
Es war alles köstlich und völlig ungewohnt. Der Kartoffelsalat hatte eine Würze, die wir nicht aus Deutschland kennen. Das andere Mini-Gericht stellte sich als Fischinnereien heraus. Mit Kimchi und Würze ist alles genießbar.