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Von Singapur machen wir uns mit dem Linienbus auf den Weg nach Johor Bahru in Malaysia und müssen die Grenze zu Fuß überqueren. Wegen des Corona-Virus ist der Grenzübergang leer und wir genießen einen Abend in Johor Bahru. Abends beobachten wir das Treiben in den Hawkers in Johor Bahru.

Spaziergang durch Singapur

Singapur
Singapur

Recht lange blieben wir in unserem Hotelzimmer in Singapur und planten unsere nächsten Tage, an denen wir von Johor Bahru an die Ostküste reisen wollen.
Unser Gepäck konnten wir kostenfrei im Hoteleingang deponieren und machten uns auf den Weg durch das Viertel. Wir wollten einige Drogerie-Artikel kaufen, weil wir die Erfahrung gemacht hatten, dass es einige Pflegeprodukte nicht überall zu kaufen gibt.
In einer Einkaufspassage deckten wir uns bei Watsons, einer Drogerie-Marktkette, ein. Hier gab es alles der Marke Tiger Balm, u.a. auch Mückenabwehrsprays. Mein Körper ist insbesondere durch die letzte Insel (Beach Comber) recht zerstochen.

Zu Fuß machten wir uns mit dem Gepäck auf zum Busbahnhof, der nur 10 Minuten von unserem Hotel entfernt lag. Die Bustickets, die nur etwa 3€ gekostet haben, konnten wir nicht bargeldlos bezahlen und die letzten Singapur-Dollar waren schon ausgegeben. Zum Glück nahm man auch Ringit (malaiische Währung), so dass wir gegen 15 Uhr den Bus nahmen.

Busfahrt im Linienbus mit Grenzübertritt

Wir sind diese Strecke bereits einmal auf einer unserer Reisen gefahren, weshalb wir nun wussten, dass wir an der Grenze den Bus verlassen und durch die Grenzkontrolle mussten. Mitsamt unseres Gepäcks stiegen wir aus dem Bus und fuhren mit den Rolltreppen zum Kontrollpunkt. Beim letzten Mal mussten wir etwa eine Stunde warten, denn es gab mehrere Menschenreihen, welche die Grenze passieren wollten. Diesmal stand nur eine Person vor uns. Das kann einerseits auf die Uhrzeit, anderseits auf die Panik – verursacht durch den Corona-Virus – zurückzuführen sein.
Nach dem Check durften wir den nächsten Bus nach Johor Bahru nehmen, weshalb wichtig war, das erworbene Bus-Ticket nicht zu verlieren.

Unweit der Bahnhofs lag das Hotel “Belllo” (mit drei “l”), das ist einer belebten Straße mit Restaurants und Hawkers liegt. Unser Zimmer sah genauso aus wie das in Singapur, weshalb wir uns gar nicht umgewöhnen mussten. Im Hawker gab es nichts, was uns ansprach, weshalb wir in ein chinesisches Restaurant gingen. Die Speisen schmeckten leider nicht so wie es die Bilder erwarten ließen.

Nachtmarkt Bazar Karat in Johor Bahru

Elektrokram am dem Nachtmarkt
Elektrokram am dem Nachtmarkt

In direkter Nachbarschaft liegt der Nachtmarkt Bazar Karat, den wir kurz nach der Eröffnung durchstreiften. Es gab Kosmetik, Spielsachen, Kleidung, Buttons und viel Elektrokram. Da die Menschen alle im Stress mit dem Aufbau der Stände waren, zogen wir zuerst in das Chaiwalla Café, um dort einen Tee zu trinken. Die Kellner waren ganz begeistert davon, dass zwei Deutsche ihren Stand besuchten und lernten von uns die ersten Vokabeln auf Deutsch.
Bei der zweiten Runde über den Markt erstanden wir ein neues Uno-Kartenspiel und ein Monopoly-Kartenspiel. Wer weiß, vielleicht treffen wir auf unserer weiteren Reise ja wieder Kinder, die mit uns spielen wollen. Außerdem entdeckten wir einen Stand mit gebrauchten Schuhen. Vielleicht ist das ja die perfekte Möglichkeit, meine Wanderschuhe loszuwerden, denn ich bin es leid, immer mit einem so voll bepackten Koffer zu reisen. Von manchen Dingen muss man sich eben trennen, insbesondere wenn man sie seit einem Monat nicht mehr genutzt hat.

Kurioses in den Nacht-Hawkern

Zum Tagesabschluss setzten wir uns noch auf ein Getränk in den Eingangsbereich des Hawkers gegenüber unseres Hotels. Es war spannend, das Treiben auf der Straße zu beobachten. Bei uns saß eine Gruppe gehörloser Menschen. Die Kommunikation bei der Essensbestellung war recht einfach, da man sowieso immer auf das zeigt, was man haben möchte. Weiterhin kam eine Gruppe indischer Transvestiten an uns vorbei, die sich sehr für den Abend gestylt hatten.


Ein plötzlicher Aufschrei ließ alle Menschen aktiv werden, doch uns erschloss sich nicht, was los war. Man rief nach der Polizei? Gab es einen Raub oder Ähnliches?
Kurze Zeit später schob der Koch seinen Wokstand mit der Anzeigetafel aller Gerichte und die Zutaten von der Straße in den Hawker (riesige Halle mit mehreren Essensständen und Tischgruppen) und anschließend wieder hinaus. Was sollte das? Dieses Prozedere wiederholte sich zweimal, danach bat man uns, unser Getränk in der Halle zu konsumieren.
Was dann passierte, war für uns unfassbar. Die Polizei kam erneut, doch die Menschen waren nicht schnell genug. Der gesamte Stand wurde konfisziert. Hierfür hat die Polizei einen großen Wagen, auf den der ganze Kram geladen werden kann. Mir taten die Menschen unheimlich leid, denn der Verlust des Standes mitsamt der Zutaten ist sicher ein großer finanzieller Verlust für die Menschen, die ohnehin nicht viel Geld haben.
Wir trauten unseren Augen nicht, als kurze Zeit später ein ähnlicher Stand zusammengestellt wurde und der Verkauf weiter ging. Das war wohl nur eine kurze Pause. Sehr skurril das Ganze.

Von unserem Hotelzimmer schauten wir nachts mehrfach hinunter. Die Restaurants sind 24 Stunden täglich geöffnet und sogar um 4 Uhr nachts saß da noch eine einzelne Person und löffelte ein Süppchen.

Um ein wenig zu entschleunigen, bleiben wir noch einen Tag länger in Johor Bahru in Malaysia und besichtigen den Glastempel mit hinduistischen Gottheiten. Wir entdecken diverse lokale Köstlichkeiten und verbringen den Abend in einem Hawker, wo wir viel über die Einheimischen lernen.

Bäckereien und Frühstück in Johor Bahru

Uns war recht klar, dass wir noch eine weitere Nacht in Johor Bahru bleiben wollten, weshalb wir direkt bei Ankunft verlängerten. Netterweise teilte uns die Dame an der Rezeption mit, dass wir die Buchung über die bekannten Buchungsportale durchführen sollten, um günstiger wegzukommen.
Nun hatten wir noch einen ganzen Tag Zeit, die Stadt zu erkunden:
Als erstes gingen wir zu einem Bäcker (Hiap Joo Bakery), der mehrfach ausgezeichnet wurde. Hier gab es abgepackte weiche, helle Brötchen, die unterschiedlich gefüllt waren. Es war etwas schade, dass man nicht dort sitzen konnte, weshalb wir wieder zum Chaiwalla Café gingen, bei dem wir schon leckeren Tee getrunken hatten. Gegenüber vom Bäcker entdeckten wir Toast & Coffee, was sehr einladend aussah. Da müssen wir wohl am nächsten Tag hin.

Arulmigu Sri Rajakaliamman Glass Temple

Glastempel
Glastempel

Zu Fuß schlenderten wir quer durch die Stadt, um zum Glastempel zu gelangen. Die 1,8 km führten über sehr unebene Straßen. Kein Weg war ohne Loch, Stufe oder Baustelle. Die Stadt ist sehr kontrastreich: einerseits gibt es große Shopping-Malls mit internationalen Labels, andererseits ist vieles heruntergekommen. Dadurch hat die Stadt ihren besonderen Charme.

Der Glastempel liegt etwas versteckt neben einer Schnellstraße, die wir über eine Brücke überqueren mussten. Mitten auf der Brücke streckte uns ein Fuß entgegen, da war jemand müde und hat sich zum Schlafen hingelegt. Gegenüber erwartete uns eine Zoohandlung mit Leguanen, Affen, Fischen und großen Papageien. Dass diese Tiere in Gefangenschaft leben, ist für mich unbegreiflich.
Die Spitze des Glastempels ragt pompös in den Himmel, ist aber verhältnismäßig klein. Die Schuhe legten wir in Körbchen und zahlten den Eintritt. Im Inneren trifft man auf verschiedene hinduistische Gottheiten, die in einem Raum mit tausenden Spiegelmosaiken ausgestellt sind. Sehr schön anzusehen.

Besuch auf dem Nachtmarkt – endlich werde ich meine Schuhe los

Der Rückweg führte uns an einer Shopping-Mall vorbei. Man schaut ja immer, wie und was es in anderen Ländern zu kaufen gibt. Betritt man ein Geschäft, hat man sofort einen Verkäufer neben sich, der einen auf Schritt und Tritt verfolgt, was ich sehr nervig finde. Bei Cotton on, einer australischen Handelskette, konnte ich endlich meine kurzen Leggings ersetzen, die mit schon in Skandinavien gerissen sind. In Malaysia ist es trotz der vielen Chinesen besser, seine Knie zu bedeckten, da das Land ja sehr muslimisch ist.

Abends gingen wir erneut zum Nachtmarkt, den wir am Vortag besucht hatten, um meine Wanderschuhe dort zu verschenken. Mangels Sprachkenntnisse verstanden die Händler nicht, was ich wollte. Für die Schuhe wollte ich kein Geld, sie sollten lediglich von irgendjemandem weiter genutzt werden. Deshalb stellte ich sie einfach zu den Sachen, die noch nicht aufgebaut waren.

Um die Ecke fanden wir ein tolles Restaurant, das u.A. kleine Suppen anbot, die eine Spezialität der Stadt waren. Wir bestellten alle fünf Mini-Suppen und teilten uns diese. Eine schmeckte besser als die andere. In Malaysia ist das Essen so lecker und günstig, dass es viele übergewichtige Menschen gibt. Wir bestellen immer erstmal wenig, das wir teilen, denn meist reicht das schon zum Sattwerden.

Hawker in Johor Bahru
Hawker in Johor Bahru

Den Abend ließen wir in dem Hawker gegenüber unseres Hotels ausklingen. Der Kellner begrüßte uns wie alte Freunde, organisierte uns einen schönen Tisch und wusste auch sofort, was wir wollten. Die indischen Transvestiten vom Vortag saßen wieder am Nebentisch. Um uns herum fand ein Spiel statt, bei dem jemand mit Kopfhörern, Geld und Zetteln ausgestattet durch die Gegend lief und immer etwas rief. Erst tippten wir auf Bingo, doch dann stellte sich heraus, dass die Senioren an Pferdewetten teilgenommen hatten.
Wir spielten hier mit unseren neuen Monopoly-Karten. Einige Interessenten kamen immer wieder an unseren Tisch und verfolgten, was wir taten. Sehr lustig.

Bevor es heute mit dem Bus nach Kota Tingga im Osten Malaysias zu dem Glühwürmchpark geht, frühstücken wir lecker malaiische Spezialitäten und orientieren uns am Busbahnhof in Johor Bahru.

Auf geht’s von Johor Bahru nach Kota Tingga in Malaysia

Unser Bus sollte um 13 Uhr Johor Bahru verlassen, weshalb noch genug Zeit für ein leckeres Frühstück in dem Restaurant “Toast and Coffee” war, das wir am Vortag entdeckt hatten, dessen Spezialität das Salted Egg war. 
Wie in vielen Restaurants in Malaysia liegen auf dem Tisch Bestellzettel, auf die man selber alles notiert, was man bestellen möchte. Sehr angenehm, wenn man als Tourist nicht der Sprache mächtig ist. Aber in Malaysia spricht sowieso fast jeder Englisch.
Die Auswahl war großartig und diesmal haben wir uns mit der Menge vertan. Die Preise und Bilder lassen immer kleine Portionen vermuten. Vom Hotel aus bestellten wir ein “Grab” (so eine Art Uber Taxi in Malaysia und Singapur), das sehr lange auf sich warten ließ. Dafür kamen wir schnell und günstig (ca. 2 Euro) zum Busbahnhof. Hier bestaunten wieder viele unser Kopfbedeckungen aus Fidschi und waren insgesamt sehr kommunikativ und hilfsbereit. 

Unsere Online-Tickets tauschten wir gegen Ausdrucke am Schalter und konnten unser Gate, von dem der Bus losfahren sollte, betreten. Der Busbahnhof ist riesig, fast so groß wie der Düsseldorfer Hauptbahnhof, allerdings mit vielen kleinen Geschäften. Außerdem spielte hier eine malaiische Liveband, die schnell mit uns in Kontakt trat. Johor Bahru ist noch nicht touristisch überlaufen (außer bei den Asiaten), weshalb wir hier immer wie Paradiesvögel erscheinen. Unsere Kopfbedeckung trägt natürlich dazu bei.

Ankunft in Kota Tingga – Kontakt zu Einheimischen

Die Fahrt im Bus verlief sicher und schnell. Zu unserem Hotel waren es nur ein paar hundert Meter. Das Hotel war zweckmäßig mit eigenem Bad und Klimaanlage. Toll war auch der Wasserspender, so dass man sich nicht immer Wasser kaufen muss.
Fußläufig lagen eine Einkaufsmall und diverse Restaurants. Wir kehrten in ein Restaurant mit Buffet ein, doch Fisch, der schon länger bei diesen Temperaturen rumsteht, wollten wir dann doch nicht essen. Ein Haus weiter war es schon ansprechender, weil hier bereits mehrere Gäste speisten und die Gerichte per Plakat auswählbar waren. 
Die Bedienung war mega freundlich und erfreut, dass auch Ausländer in ihr Restaurant kamen. Die Gäste fragen, ob wir aus Holland seien und schnell führten wir ein nettes Gespräch. Es stellte sich heraus, dass die Gäste viel in Europa unterwegs sind und bspw. zusammen mit der Uni Hamburg gearbeitet haben. Unsere Geschichte über die Malaien in Norwegen mit dem Reiskocher amüsierte sie sehr.
Das Essen schmeckte wieder ausgezeichnet. Im Anschluss drehte die Besitzerin ein kleines Video von uns und teilte sofort ihren Facebook-Freunden mit, dass deutsche Gäste bei ihr eingekehrt sind. Jetzt habe ich eine neue Facebook-”Freundin” (lach).

Monsunartiger Regen

Abends wollten wir den Glühwürmchenpark, die Attraktion dieser Stadt besuchen. Deshalb wollten wir nur kurz in die Mall springen, um ein Mücken-Abwehr-Spray zu kaufen. Es fing an zu regnen, weshalb ich uns für die Abkürzung über ein Feld entschieden, was sich jedoch als Fehler erwies. Um das Feld herum befand sich ein Graben den man nicht eben überspringen konnte. Durchlaufen war wegen der dreckigen Wasserpfützen auch keine Möglichkeit, weil wir Bakterien an unseren Mückenstich-Wunden vermeiden wollten. Im strömenden Regen liefen wir zurück zu einem kleinen Geschäft, wo wir klitschnass abwarteten, dass der monsunartige Regen abebbte.

Die malaiische Mall bot verschiedene asiatische Bekleidungsgeschäfte, Spielzeug, den Drogeriemarkt Watsons und auch eine Markthalle. Hier wurden Fisch und Fleisch feilgeboten. Interessant war, dass am Hähnchenstand die Körperteile des Tieres auf verschiedenen Haufen lagen: Hühnerfüße, Hühnerflügel etc. Größer Andrang bestand bei den Hühnerfüßen. 

Die Händler riefen uns immer wieder zu, dass wir zu ihren Ständen kommen sollten. Oliver meinte darauf, dass wir wohl für ausländische Sterneköche gehalten werden, die sich ja auch gerne alternativ und lässig gestylt geben.

Glühwürmchenpark oder das Verhalten von Menschen gegenüber Tieren

Via “Grab” ließen wir uns zum Glühwürmchenpark fahren, doch dieser machte einen verlassenen Eindruck. Uns wurde mitgeteilt, dass wir zu früh wären uns der Park erst um 19.30 Uhr öffnen würde. Deshalb verbrachten wir zwei Stunden in einem offenen Restaurant an der Straße, wo wir nur Tee tranken. Wir durften so viel Tee nehmen wie wir wollten und zahlten hinterher nur einen Euro. 

Glühwürmchenpark
Glühwürmchenpark

Pünktlich erschienen wir im Park, wo nun auch andere Touristen (asiatischer Herkunft) waren. Mit Rettungswesten ausgestattet fuhren wir auf einem kleinen Boot über den Fluss Johor. Um uns herum waren tausende kleiner Glühwürmchen, die sich als unerklärlicher Ursache hier angesiedelt hatten. Für uns war es aber weitaus interessanter, die Mitreisenden zu beobachten. Ich hatte ständig die Sorge, dass sie über Bord gehen würden, so wie sie sich über Seiten lehnten. Es gelang ihnen tatsächlich, Glückwürmchen zu fangen, was laut Plakat ausdrücklich verboten ist, und diese in der Hand zu bestaunen.  

Auf dem Rückweg wollten wir noch in einer Karaoke-Bar einkehren, konnten diese aber nicht finden. Dafür nahmen wir uns Burger von einem Straßenstand mit und kehrten recht früh zurück in unser Hotel.

Heute soll es von Kota Tingga nach Mersing in Malaysia gehen. Die Busfahrt führt uns durch die Natur und zeigt uns die Bewohner des Landes.

Busfahrt von Kota Tingga nach Mersing in Malaysia

Wir brachen pünktlich auf, um den Bus nach Mersing zu erreichen. Wir wohnten nicht weit entfernt von dem Busbahnhof. Busfahren in Malaysia ist mega günstig. Unsere Tickets, die wir online mit der Red Bus App für ca. 2 EUR umgerechnet p.P. bestellt hatten, ließ Oliver in der ersten Etage am Schalter in Papiertickets umtauschen und schon fuhren wir auch in einem gut ausgestatteten Bus los. Wir saßen oben im Doppeldecker in der ersten Reihe, so dass wir eine perfekte Aussicht hatten. Kurz nach dem Start merkten wir jedoch, dass es hier besonders schaukelig war und jede Kurve und jeder Hügel (hiervon gab es reichlich) sofort in den Magen ging. Zum Glück hatten wir nichts gefrühstückt.

Warnschild Elefant
Warnschild Elefant

Am Wegesrand sahen wir immer wieder Warnschilder, die den Übergang von großen Tieren, nämlich dem Elefanten und den Tapiren ankündigen. Es wäre schon Angst einflößend, auf einmal einem solchen Riesen gegenüber zu stehen. Doch das blieb uns verwehrt. Wir sahen lediglich zwei Affen, die sich Bananen angelten, die ein parkender Autofahrer dort hingelegt hatte.
Als wir die Stadt erreichten, trat der Busfahrer kräftig auf die Bremse, so dass wir einem Crash nur knapp entgingen. Puh!

Unser Hotel in Mersing war schlicht, aber gut. Alles war sauber und es gab sogar heißes Wasser.
In unserer direkten Nachbarschaft lagen ein hinduistischer und direkt daneben ein chinesischer Tempel, die wir aber erstmal links liegen ließen. Denn heute stand Pizza auf unserem Speisezettel. Die haben wir schon so lange nicht mehr gegessen.
Das Örtchen war schnell erkundet. Neben den Tempeln konnten wir noch diverse Graffiti-Arbeiten bestaunen. Eine kleine Gasse und auch viele Häuser, verteilt in der ganzen Stadt, waren mit schönen Bildern verziert. Erstaunlicherweise hatte dieser Mini-Ort sogar einen Waschsalon zu bieten.

Ausklang des Tages

Abends kehrten wir bei einem Thailänder ein, doch die Speisen waren nicht mit dem malaiischen Essen in Johor Bahru vergleichbar. Kurz konnten wir noch einen Blick in den hinduistischen Tempel werfen, da gerade eine Messe stattfand. Die Menschen, insbesondere Kinder, eilten zum Tempel, wuschen sich die Füße uns beteten zu Musik. Wir hielten uns dezent im Eingangsbereich auf und blieben nur ein paar Minuten. Obwohl wir eingeladen wurden, mit reinzukommen, ist es doch ein religiöses Ritual, bei dem wir nicht stören wollten.
Faszinierend war wieder das Schild mit den Regeln. Das Tragen einer Leggins und eines Minirocks sind verboten (durchgestrichen). Ich trage jedoch eine Kombination beider. Ist das dann wieder erlaubt? Nein, Spaß beiseite, wir respektieren natürlich die religiösen Vorschriften und halten uns daran.

Gebotsschild hinduistischer Tempel
Gebotsschild hinduistischer Tempel

Heute geht es von Mersing mit dem Schiff auf die Insel Pulau Tioman in Malaysia. Wir beziehen eine kleine Hütte, von der wir das Meer rauschen hören können und springen in das kühle Nass.

Fahrt zur Insel Pulau Tioman, im Osten Malaysias

Die Nacht war nicht so entspannt wie erwartet. Bei unserer abendlichen Ankunft gegen 21 Uhr hatten wir keinen Strom im Zimmer, so dass es dunkel und stickig war. Auch der nette Mann an der Rezeption konnte uns nicht helfen und rief den Techniker. Nach ein paar Minuten kam der Strom wie durch Zauberhand wieder und der Techniker kam umsonst.
Im Nebenzimmer wohnte eine Familie mit einem Kleinkind, das meinte, die halbe Nacht mit einer Trillerpfeife zu spielen. Oliver schlief, ohne etwas zu merken. Ich hingegen war genervt und konnte auch durch die Kälte der Klima-Anlage, die nicht mehr regulierbar war, nicht weiter schlafen. Zum Glück hatte ich noch meine dicken Winter-Kniestrümpfe dabei.

Affe auf Pulau Tioman
Affe auf Pulau Tioman

Um 7 Uhr früh wartete unser Shuttle-Bus des MG-Hotels auf uns, der uns zum nahe gelegenen Hafen bringen sollte. Tags zuvor hatten wir diesen kurz besichtigt.
Am Check-in-Schalter mussten wir eine preservation fee (eine Art Abgabe für den Naturschutz) für die Insel bezahlen, was wir vorher nicht wussten. Zudem mussten die Tickets auf Papier gedruckt werden was auch nochmal 2 Ringgit pro Person kostete (warum das erforderlich war bleibt vermutlich das Geheimnis der Angestellten dort, denn niemand wollte von uns später irgendein Papierticket sehen). Unsere Plätze waren wieder in der ersten Reihe, das Boot war recht gut belegt.
Die Fahrt war recht wackelig, obwohl die See sehr ruhig war. Auch die Lautstärke der Motoren war recht hoch, so dass ich mir Watte in die Ohren stopfte. Den Schlaf der vergangen Nacht konnte ich wegen des Gewackels nicht nachholen.

Nach ein paar Anlegestationen auf der Insel erreichten wir unser Ziel Tekek, einen Anlegepunkt auf der Insel Tioman. Von dort konnten wir zu Fuß unsere Unterkunft erreichen. Durch das Dorf ging es an mehreren Straßenküchen-Ständen vorbei. Am Eingang zu unserer Unterkunft spazierte uns ein Waran über den Weg. Zum Glück ist das ein Insektenfresser, denn die Große war schon Respekt einflößend. Auch Affen begrüßten uns am Strand und präsentierten Kunststückchen.

Swiss Cottage Tioman

Wir bekamen das Zimmer T1 zugeteilt, eine kleine Holzhütte in zweiter Reihe zum Meer in der Nähe der Rezeption. Die kleine Anlage machte sofort einen sympatischen Eindruck, so dass wir sofort überlegten, zu verlängern. Da wir kein Zimmer direkt am Meer buchen konnten , hatten wir beschlossen erstmal weiter zu gucken.
Der erste Schnorchelgang war etwas enttäuschend, da das Wasser sehr seicht war und wir uns durch die Wellen ständig an die Steinen im Wasser stießen. Auf einem Daybed direkt am Meer ließen wir uns trocknen und schliefen promt ein. Oliver wagte sich anschließend erneut ins Wasser und schwamm weiter hinaus. Ich hatte den Eindruck, dass er gar nicht mehr zurück kommen wollte, also schien das Meer vor unserer Unterkunft doch interessant zu sein. Später berichtete er von großen Fischen und tollen Korallen.

Für das Abendessen, das nicht im Ressort angeboten wird, machten wir einen Spaziergang zurück zum Bootsanleger. Dort fanden wir ein Restaurant mit Meerblick, so dass wir den Sonnenuntergang bewundern konnten. Um uns herum schlichen ständig Katzen, die etwas von unserem Essen haben wollten. Oliver gelang sogar eine Kommunikation mit einer Katze. Schlummert in ihm ein Katzenflüsterer?

Für diesen Tag hatten wir einen halbtägigen Schnorchelausflug zu der Coral-Island gebucht und sehen viele Fische, Schildkröten und Baby-Haie. Wir lernen ein australisches Paar kennen, mit dem wir die nächsten Tage verbringen.

Schnorchel-Ausflug zur Insel Coral Island in der Nähe von Pulau Tioman

Das Frühstück nahmen wir auf der Veranda ein. Es gab Toasts mit Ei.
Um 9.30 Uhr wurden wir mit einem Auto zum Anleger gefahren, wo wir tags zuvor angekommen sind. Da wir die ersten waren, konnten wir im Auto sitzen und mussten nicht auf die Ladefläche. Doch war das die bessere Wahl? Von der Decke wuchsen Schimmelblumen und es roch sehr unangenehm. Aufgrund der Luftfeuchtigkeit ist hier alles irgenwie klamm, auch mein gepunkteter Rock wird seit Tagen nicht trocken.
Alle Teilnehmer (wir waren 10 Leute) sollten sich auf zwei Boote verteilen. Mit Liz und Clayton hatten wir nette Gesprächspartner gefunden. Die Bootsfahrt dauerte etwa eine Stunde. Dann brachte der Bootsführer die Leiter in Position und wir konnten ins Wasser gleiten.

Vier hervorragende Schnorchelspots bei der Insel Coral-Island

An der ersten Station hatten wir 40 Minuten Zeit, Fische und andere Meeresbewohner zu begrüßen. Anfangs war ich etwas enttäuscht, denn das Wasser und die Sicht in den Schnorchel-Gebieten auf Fidschi sind nicht vergleichbar.
Doch dann entdeckte ich eine Meeresschildkröte und angelte nach Olivers Fuß, um ihm dieses schöne Wesen zu zeigen. Hier gibt es mehrere Aufzucht-Stationen für Schildkröten und jetzt haben wir eine live gesehen.

Die zweite Schnorchel-Station war unweit entfernt an ein paar Felsen mitten im Wasser. Hier musste ich meine Meinung revidieren, denn es schwammen tausende kleinere und größerer Fische in Schwärmen um uns herum. Eine Umrundung der Felsen war nicht möglich, da von den Fischschwärmen ein starker Sog ausging. Zwischen den steinige Felsen war es gut möglich, Korallen zu betrachten. Etwas Panik überkam mich, als wir unser Boot nicht wiederfanden, was natürlich Quatsch ist. Es waren mehrere andere Boote da, die uns hätten aufnehmen können. Außerdem war eine Gruppe Taucher in der Nähe, die mit Tauchlehrern ihre ersten Tauchversuche im tiefen Wasser unternahmen.

Die dritte Station unseres Ausflugs war ein weißer Traumstrand (s. Titelbild). Erst sollten wir zu der anderen Gruppe stoßen, doch unser Bootsführer entschied sich für eine ganz einsame Stelle, da er uns dort besser rauslassen konnte. Das war schon paradiesisch! Weißer, einsamer Strand, dahinter Urwald. Auf einem großen Schild, das mit der Umgebung verschmolz, gab es natürlich Hinweise, wie man sich in dem Naturschutzgebiet verhält, was für uns klar war. Wir hatten ja nicht die Absicht, den Urwald zu betreten.
Anstatt zu schnorcheln, kamen wir in ein Gespräch mit den beiden Australiern. Auch hier schwammen wir nach 40 Minuten zurück zum Boot. Mit Erschrecken entdeckte ich unser Wasser alte Plastik-Wasserflaschen, von denen ich daraufhin ein paar einsammelte und mit zum Boot brachte. Der Bootsführer hielt mir daraufhin eine Tüte entgegen, in der schon gesammelter Müll war. Langsam fuhren wir anderen Plastik-Müll an, den ich vom Boot aus herausfischen konnte.
Gezielt steuerte der Bootsführer weitere Stellen an, an denen Plastik zu sehen war. Er erklärte, dass es regelmäßig Gruppen gibt, die extra herausfahren, um den Müll einzusammeln. Es ist mir unbegreiflich wie Menschen die Natur so missachten können.

In der Nähe unseres Strandes war der letzte Schnorchelpunkt. An einer sehr kleinen Insel wurden wir in einem dichten Korallenmeer herausgelassen. Hier galt es natürlich, nichts zu berühren und anzufassen. Im tieferen Gebiet konnten wir einen Baby-Hai beobachten. Hinter der Insel war das Wasser sehr flach und es war schwierig, die Korallen zu überschwimmen, weshalb wir wieder in die Nähe des Boots schnorchelten. Hier waren zwischenzeitlich zwei weitere Boote mit Einheimischen angekommen. Die muslimischen Frauen trugen Ganzkörperanzüge und Kopftücher. Die meisten Malaien nutzen zum schnorcheln Schwimmwesten. Einige Männer fütterten die Fische, so dass Ströme von Fischen angeschwommen kamen.

Abendessen in einem Streetfood-Restaurant

Wir kehrten sehr glücklich an Land zurück. Gemeinsam setzen wir uns an einen Tisch und nahmen unser Mittagessen zu uns.
Nachmittags schnorchelten wir noch ein wenig in dem Wasser vor unserem Ressort, das nachmittags recht tief ist.
Zu zweit machten wir uns abends auf den Weg zu einem Straßenrestaurant (Warung Syahirah BBQ Seafood). Hier konnten wir uns den Fisch aussuchen, der vor unseren Augen zubereitet wurde. Das Essen war ein Traum. Oliver genoss Tintenfisch, für mich gab es Barrakuda.

Weil der Schnorchelausflug am Vortag schon so schön war, beschlossen wir, den Tag mit unseren neuen australischen Bekannten zu verbringen und buchten einen Trip zu dem Wasserfall auf der Insel Tioman in Malaysia. Außerdem fuhren wir auf die andere Seite der Insel, wo uns ein toller sauberer Strand mit riesigen Wellen erwartete.

Ausflug zu Ali’s Wasserfall

Gemeinsam mit Liz und Clayton aus Australien starteten wir um 9.30 Uhr von unserer Unterkunft aus. Oliver und ich saßen auf der Ladefläche, was jedoch nur ein kurzes Vergnügen war, weil wir nach ein paar Metern umsteigen mussten. Das andere Auto sollte uns mitsamt Fahrer den ganzen Tag zur Verfügung stehen.
Die Fahrt führte über enge Straßen quer über die Insel hinweg. Steigungen und Kurven bis zu 45% sind nicht das, was ich mit einer entspannten Fahrt verbinde.

Wasserfall auf der Insel Pulau Tioman

Unser Fahrer ließ uns mitten auf der Straße raus, zeigte nach rechts und meinte, dass wir von dort durch den Urwald laufen sollten. Ohje! Der Weg war sehr uneben, Zweige schlängelten sich von oben und unten kreuz und quer. Eine “Treppe” aus etwas 15 Autoreifen führte bergab, so dass wir uns aneinander und an die Pflanzen festhalten mussten. Den Wasserfall konnten wir schon von Weitem hören, so dass wir angespornt wurden, weiterzukraxeln.

Liz sprang als erstes in das kühle Nass. Anders als im Meer war das Wasser aus dem Wasserfall eiskalt. Doch natürlich mussten wir alle vier das Wasser testen, denn deshalb waren wir ja hier. Es war nicht besonders tief und angenehm zu durchwaten. Kurze Zeit später gesellte sich eine Gruppe Jugendlicher zu uns und stellte eine Box mit Lounge-Musik auf. Todesmutig sprangen sie kopfüber in das seichte Wasser.

Weißer Sandstrand am anderen Ende der Insel

Watch your Step(h)s
Watch your Step(h)s

Weiter ging die Fahrt über Berge durch enge Straßen. Nach kurzer Zeit zeigten sich einige Häuser und es wurde wieder urbaner. Am Strand von Pantai Kampung Juara strahlte und weißer Sand entgegen und meterhohe Wellen luden zum Sprung ins Meer ein. Schnorcheln war hier nicht möglich, lediglich ein Kampf mit den Wellen, der für Surfer bestimmt interessant ist. Am Strand legten wir uns auf Liegen, die eigentlich nur für Hotelgäste gedacht waren. Doch ohne Gäste war eben genug Platz für uns da. Im zum Hotel gehörenden Restaurant aßen wir anschließend köstlich.

Am späten Nachmittag schnappten wir unsere Schnorchel und genossen es, wieder auf unserer Seite zu sein, auf der man Korallen und Fische bestaunen konnte.
Für 19 Uhr verabredeten wir uns wieder mit Clayton und Liz, um diesmal gemeinsam in dem Fischrestaurant zu speisen. Es wurde ein sehr lustiger Abend mit netten Gesprächen.
Zurück in unserer Unterkunft saßen wir noch bis 23 Uhr zusammen bei Liz und Clayton im Beachfront Chalet. Die Wellen machten nachts einen ganz schönen Lärm.

Clayton und Liz aus Australien
Clayton und Liz aus Australien

Weil mein geliebter Pünktchen-Rock durch die Luftfeuchtigkeit hier in Asien ständig klamm ist und gar nicht mehr zu trocknen scheint, bot ich ihn Liz an, da wir die gleiche Kleidergröße haben. Zum Tausch gab sie mir einen schnell-trocknenden langen Rock. Sollten wir die beiden mal in Australien besuchen, werden die Röcke wieder ihren ursprünglichen Besitzerinnen zurückgegeben (zwinker).

Malaiische Literatur

Das Frühstück nahmen wir alleine zu uns, da Liz und Clayton ja bereits am Vortag abgereist waren. Dafür saßen mehrere Familien um uns herum. Mit dem Paar, das die Unterkunft verwaltet, sind wir schon mehrfach ins Gespräch gekommen. Rich und seine Frau wohnen mit ihren beiden Kleinkindern in dem Chalet direkt neben uns. Sie hatte mir auch das Buch von LAT, einem malaiischen Karikaturisten gezeigt. Unsere Unterkunft verfügt nämlich über eine kleine Bibliothek. In dem Buch “Kampung-Boy: Ein Frechdachs aus Malaysia” wird das Leben eines Jungen beschrieben, der in einer malaiischen Dorfgemeinschaft aufwächst. Absolut empfehlenswert!

Kampung Boy
Kampung Boy

Schnorcheln mit einem Stachelrochen

Oliver Kampf mit dem Seil
Oliver Kampf mit dem Seil

Das Wasser zieht sich im Laufe des Vormittags immer weiter zurück, so dass wir schnell unsere Schnorchel schnappten und ins Wasser rannten. Tatsächlich war es recht tief und einige Fische begrüßten uns freundlich. Oliver entdeckte einen Stachelrochen, der sich dank seiner Färbung nur schwer von seiner Umgebung unterschied. Im Nachhinein erfuhren wir, dass sein Stachel giftig ist und er Schnorchler als Bedrohung ansehen könnte. Puh! Wieder einmal haben wir Glück gehabt. Am Vortag hatten wir viele Muscheln gesehen, die sich unter Wasser öffnen und dann blau schimmern. Zu ihnen wollten wir schwimmen, mussten aber eine Absperrung überwinden. Oliver drückte das Seil für mich weg, verletzte sich dabei aber an einem spitzen, scharfen Gegenstand. Jetzt sieht seine Hand aus, als hätte er einen schweren Kampf hinter sich.

Spaziergang mit Waran und Fledermäusen

Auf der anderen Seite vom Fähranleger liegt das ABC Dorf, das sehr schön sein soll. Deshalb spazierten wir nach dem Mittagessen dorthin. Man merkt, dass noch keine Saison ist, denn man sieht nur Einheimische. Kaum einer von ihnen geht zu Fuß, stattdessen quetschen sich ganze Familien auf ein Moped. Helme trägt hier auch keiner. Schön ist jedoch, dass die Frauen in dem muslimisch geprägten Land scheinbar recht emanzipiert sind. Fast alle fahren Moped, was man sich in anderen Ländern nicht vorstellen könnte.

Durch ein Geräusch ließ ich meinen Blick nach oben gleiten. In den Bäumen sah ich etwas, das aussah, wie kleine schwarze Nester oder herabhängende Plastiktüten. Bei genauerem Hinsehen erkannte ich tausende von Fledermäusen, die teilweise schon wach waren und ihre Flügel ausstreckten. Ein wunderbares Bild und so irreal. Zwar hatten wir Werbung für eine Tour zu den “Flying Foxes” gesehen, doch dass wir sie auf einem Spaziergang entlang des Strandes entdeckten, war für uns sehr überraschend.

Waran auf Pulau Tioman
Waran auf Pulau Tioman

Auf dem Rückweg wollten wir unsere Wäsche abholen, als uns plötzlich ein großer Waran – wahrscheinlich der vom ersten Tag – über den Weg lief. Der Waran hatte aber mehr Angst vor mir mit meiner Handy-Kamera als wir vor ihm. Die Wäsche bekamen wir sauber gefaltet zurück und mussten per kg bezahlen.

Ein paar Meter weiter kehrten wir dann zum Fisch BBQ ein. Diesmal waren wir zu früh, weshalb wir uns erstmal mit Lyschi-Milch und einem frisch gepressten Saft begnügten. An dem letzten Abend auf Pulau Tioman leisten uns wieder Anna und Leathon Gesellschaft. Langsam kennen wir so viele Leute, die wir besuchen wollen, dass wir direkt eine weitere Weltreise planen müssen (lach!).

In Johor Bahru wohnten wir auf der Jalan Meldrum Straße, auf der die Restaurants 24 Stunden am Tag geöffnet hatten.

Am ersten Tag entschieden wir uns für ein chinesisches Restaurant auf unserer Straße. Wir bestellten beide eine kleine Portion. Für mich gab es Nudeln mit Schwein und Sauce, Oliver bekam Ente ohne Beilage. Bei beiden Gerichten waren wir sehr enttäuscht. Es schmeckte langweilig und lieblos.

leckere Suppen
leckere Suppen

Das Restaurant “Amphanwa Boat Noodle” ist sehr zu empfehlen. Auf der Speisekarte standen u.a. fünf verschieden Suppen, die in einer Art Dessert-Schüssel serviert wurden. Wir bestellten alle fünf und teilten diese. Jede schmeckte umwerfend gut. Sie unterschieden sich durch die Fleischbeilage und die Art der Nudeln. Zu trinken gab es Milchshakes: meiner war mit Rosengeschmack, Oliver hatte irgendeine Art von Kakao.

Morgens suchten wir eine der empfohlenen Bäckereien auf, die mehrfach ausgezeichnet sind: Hiap Joo Bakery. Eigentlich hatten wir etwas zum Reinsetzen gesucht, doch diese Bäckerei bestand nur ein einer Fläche, auf der man sich abgepackte gefüllte Milchbrötchen oder Bananenbrot nehmen konnte und einer Verkaufstheke. Etwas weiter entfernt war das “Chaiwalla Café.”, welches wir von unserem abendlichen Besuch schon kannten. Dort verspeisten wir dann zu einem thailändischen Milchtee (gekühlt) unsere mit Curry und Kokos gefüllten Brötchen.

Gegenüber der Bäckerei zeigte sich ein Restaurant namens “Toast & Coffee”, in das wir am zweiten Tag einkehrten. Die Spezialität war das “Salted Egg”. Für mich gab es ein Toast mit Salted Egg, was himmlisch schmeckte: zwei Toasts übereinander mit einer Sauce aus Ei. Außerdem wählte ich ein Gericht mit kleinen Reiskuchen und Hoisin-Sauce, die würzig schmeckte und ein empfohlenes Gericht das sich “Rojak” nannte. Das war geröstetes Brot mit Ei und Erdnüssen. Oliver bekam Nudeln mit Spiegelei und Gurke und ein Toastsandwich. Insgesamt war alles zu viel, doch die Speisen sahen auf der Karte kleiner aus, als sie in Wirklichkeit waren. 

Während unseres Besuchs der Einkaufsmall trafen wir per Zufall auf das “AK Noodles House”, das gut frequentiert war. Die Suppen waren riesig. Man konnte die Art der Zubereitung wählen und dann aus acht Nudelsorten eine ergänzen. Ich hatte Fischnudeln, Oliver gebratene, welche er der Suppe hinzufügen musste. Die “kleine” Schale Muscheln erwies sich als riesig, so dass wir von allem etwas übrig ließen. Frische Obstsäfte ergänzten unser Mahl.

Kota Tinggi

Der kleine Ort Kota Tinggi ist überhaupt nicht auf Touristen eingestellt. Hier reihen sich jedoch viele Geschäfte internationaler Labels aneinander, u.a. Tupperware und Royal Canin, die Katzenfutter herstellen. Restaurants fanden wir durch google maps. Das von uns angesteuerte Restaurant verkaufte Essen in Buffetform, mit schon fertig auf Tellern angerichteten Suppen mit Fischköpfen. Das Ganze fanden wir nicht besonders hygienisch, weil es ja sehr heiß in Malaysia ist und sicher schon Insekten zu Besuch waren. 

Ein Haus weiter war ein weiteres Restaurant, das gut besucht war. An den Wänden zeigte sich die Gerichte, aus denen wir leicht auswählen konnten. Es ist immer schön, wenn Bilder uns weiterhelfen.
Die anderen Gäste sprachen uns an und es stellte sich heraus, dass zwei von ihnen in Deutschland gearbeitet haben. Das hier gebotene Essen war umwerfend gut. Beide Suppen (Laksa und Mee Mee Curry) enthielten viel Gemüse und Saucen aus Curry und vielen Gewürzen. Die Besitzerin drehte im Anschluss ein Video von uns, dass sie auf facebook teilte, weil sie so begeistert war, dass zwei Deutsche bei ihr aßen.

Mersing

In der Nähe unseres Hotels fanden wir eine Art Street Food Laden, in dem wir erst nur Getränke und anschließend dann doch Speisen zu uns nahmen. Angeboten wurden Glasnudeln im heißen Topf, für Oliver mit Krebs, für mich mit Garnelen. Es schmeckte okay, war jetzt aber nicht so, dass wir wiederkommen würden. Dieses Restaurant hatten wir erwählt, weil wir einen Tisch zum Kartenspielen brauchte, alles andere war zweitranging. 

Pulau Tioman

Am ersten Abend suchten wir das Restaurant “Rozita Cafe” an der Bootsanlegestelle auf. Hier saßen auch die Tauchlehrer unserer Unterkunft, weshalb das Essen bestimmt gut ist.
Die Aussicht war toll: wir konnten die Fähre einfahren sehen und die Sonnenuntergang genießen. Das Essen war in Ordnung. Wir wählten beide ein Suppe und eine Portion Tintenfisch. Hier lernten wir viele Katzen kennen, die ständig etwas erbettelten.

Unsere Unterkunft bietet morgens immer ein schlichtes Frühstück, das täglich wechselt. Meist gibt es Toast mit Eiern oder Roti-Brot mit Curry-Sauce. Mittags kann man zwischen Frühlingsrollen (vietnamesisch), Wraps, Nudeln, Toast und Obstsalat wählen.

Am zweiten Abend fanden wir unweit unserer Unterkunft ein Fischrestaurant. Den Fisch kann man sich selber mit einer Zange auswählen, der dann von dem sehr kommunikativen Koch auf dem Straßengrill zubereitet wird. Eine Marinade rundet das Ganze ab. Dazu gibt es Reis und Gemüse, das man einzeln dazu bestellen kann.
Fortan war dies unser Lieblingsrestaurant, wo wir am dritten Tag mit Clayton und Liz aus Australien und am vierten Tag mit Anna (Russin) und Leathon (USA), aktuell in China arbeitend, aßen. Auch am fünften und letzten Tag gesellten sich die beiden zu uns.

Mit Wehmut verlassen wir die Insel Tioman in Malaysia, um mit dem Bus von Mersing nach Marang zu fahren, wo der Fähranleger zu der Insel Pulau Kapas liegt. Die Fahrt dauert den ganzen Tag, so dass wir abends erst in Marang ankommen.

Aufbruch von der Insel Tioman

Um 5.30 Uhr klingelte unser Wecker und wir packten wie schon so oft auf unserer Reise unser Sachen zusammen. An der Rezeption saß schon Rich, der Verwalter, so dass ich den Schlüssel übergeben konnte.
Das am Vortag bestellte Taxi fuhr uns zum Fähranleger, wo wir natürlich die ersten waren. Man ließ uns nicht auf die Fähre, sondern verwies uns auf einen Counter (malaiisch: Kaunta), der aber noch nicht besetzt war. Ganz gemütlich trudelten die Mitarbeiter ein. Warum sollten wir dann schon um sechs Uhr da sein? Wir bekamen laminierte Boarding-Pässe, die wir an der Tür wieder abgeben mussten und konnten dann in einer klimatisierten Wartehalle warten.

Auf der Fähre war es angenehm kühl, so dass wir nochmal die Augen zumachen konnten. Entgegen der Beschreibung fährt der Bus nicht vom Fährterminal, sondern aus der Stadt ab, so dass wir nach einem leckeren warmen malaiischen Frühstück noch einen Kilometer zu Fuß in die Stadt laufen mussten. Dort hatten wir dann noch zwei Stunden Zeit. Diese wurden durch eine enorme Verspätung des Busses verlängert. Glücklicherweise gab es keine Missverständnisse, so dass wir die sechsstündige Busfahrt nach Marang antreten konnten, von wo aus wir am nächsten Tag auf die Insel Pulau Kapas übersetzen wollen.

Busbahnhof in Mersing
Busbahnhof in Mersing

Die Busfahrt war recht angenehm (Adik Beradik), obwohl es doch viele Kurven gab. Während der sechsstündigen Fahrt wurden mehrere Pausen eingelegt. Meist zählte der Ticket-Kontrolleur vor der Abfahrt der Gäste einmal durch, doch an den späteren Haltepunkten verzichtete er darauf, weshalb wir lieber sitzen blieben. Um uns herum saßen viele männliche Jugendliche, die nach und nach aktiver wurden. Wir kamen uns vor wie auf Klassenfahrt.

Ankunft in Marang

Die Station Marang wurde extra für uns angesagt. Neben uns stiegen zwei weitere deutschsprechende Backpackerinnen aus. Über verschiedene Wege gelangten wir gleichzeitig zum Hotel direkt am Fähranleger. Das Hotel war eher eine Jugendherberge, doch völlig ausreichend für unsere Zwecke. Zwei Betten, ein kleines Bad und Ventilator und zusätzlich noch eine Klimaanlage. Außerdem verfügte das Zimmer über einen Fernseher, der aber noch nie in Betrieb war. Der Stecker ist nämlich nicht für malaiische, sondern für europäische Steckdosen gemacht.

Bereits seitdem wir aus dem Bus ausgestiegen waren, rief der Muezzin zum Freitagsgebet. Auch als wir durch die Straßen spazierten waren die Gesänge aus der nahegelegenen Moschee immer noch zu hören. Rund um die Moschee fanden wir keine malaiischen oder sonstigen Restaurant, so dass wir in eine der zwei Fastfood-Ketten einkehren mussten. Den Andrang der Familien kann ich nicht nachvollziehen, denn das Essen war kalt und nicht besonders lecker.